Seit etwa 500 Jahren sind Gewinnspiele mit Lotteriecharakter in Europa bekannt. Der grundlegende Spielgedanke war immer, einen großen Gewinn durch einen kleinen Einsatz und das Losglück zu ergattern. Die Faszination eines möglichen Gewinnes hat sich bis in die heutigen Tage gehalten. In der Nachkriegszeit hat sich in Deutschland das Lotto einen festen Platz in der Gesellschaft erobert. Es wurde schon vor einigen hundert Jahren auch als Einnahmequelle des jeweiligen Staates oder zuständigen Landesfürsten genutzt. Daher lag es auch in der jüngeren Geschichte nahe, an den Lotterien über Steuereinnahmen beteiligt zu sein. Die Länder und Staaten organisierten daher eine Gesetzeslage mit staatlichem Glücksspielmonopol und belegten die Veranstaltungen mit der Lotteriesteuer. So verdient der Staat unabhängig von Gewinn- oder Verlustrisiken an jeder Lotterie mit.
Lotto und andere Gewinnspiele unter staatlicher Beteiligung
Immer wenn für Lotto oder Glücksspirale Zahlen gezogen werden, ist der Staat in Begleitung von unabhängigen Notaren und eigenen Beamten anwesend. Die regelmäßig veranstalteten Lotterien des Lottos und der Glücksspirale unterliegen staatlicher Obhut und werden öffentlich vollzogen. Die einzelnen Bundesländer haben unter der Aufsicht des Bundes eigene Lotteriegesellschaften und betreiben das Geschäft gemeinsam bundesweit. Nach längeren Meinungsverschiedenheiten wurde kürzlich das Lottospiel mit seinen angeschlossenen Spielen Super 6 und Spiel 77 im Internet wieder zugelassen. Es war vorübergehend wegen anhängiger Klagen eingestellt worden. Die Lotterie Glücksspirale ist über das Internet und die Banken möglich sowie in einigen Bundesländern über den Lottoschein. Die Spielteilnahme kostet 5 Euro pro Los. Die Glücksspirale Zahlen werden wöchentlich im Fernsehen gezogen und bekannt gemacht.
Kulturförderung und andere unterstützte Bereiche
Aus den Steuereinnahmen und sonstigen Einnahmen der staatlich organisierten Lotterien werden zahlreiche Projekte gefördert. Sie können sich auf kulturellem Gebiet oder dem Sport befinden. Gefördert werden Einrichtungen für Menschen mit Handicap oder gemeinnützige Einrichtungen mit gesellschaftlichem Wert für das soziale Gefüge. Die Millionen aus den Einnahmen werden auch für Zuschüsse an Veranstaltungen vergeben und fließen in Ausstellungen, Forschungen oder Restaurierung von Kunstgegenständen. Viele Vereine unterschiedlichster Interessenrichtungen profitieren von einmaligen oder regelmäßigen Zuwendungen aus dem Lottotopf. Einige soziale Einrichtungen wären ohne die Unterstützung aus den Lotteriemitteln gar nicht existent.
Verankerung in der Bevölkerung
Lotto und seine Verwandten wie Glücksspirale oder Spiel 77 gelten in der Bevölkerung als harmloses Vergnügen. Der Traum vom Hauptgewinn ist weit verbreitet und lässt viele Bürger regelmäßig ihren Tippschein abgeben. Die richtigen Glücksspirale Zahlen können zu einem Eigenheim oder einer Traumreise verhelfen. Andere Lotteriespiele stellen hohe Geldgewinne in Aussicht. Suchtforscher haben bisweilen Bedenken wegen der Gefahr der Spielsucht geäußert, die jedoch nicht wissenschaftlich belegt werden konnten. Seit der Wiedereinführung der Spielmöglichkeiten über das Internet sind jedoch zur Prävention Limits für den Umfang der Spieleinsätze verankert. So soll den wenigen Suchtgefährdeten Schutz gewährt werden. Die Bevölkerung liebt den preiswerten Nervenkitzel der Ziehung der Gewinnzahlen. Diese Kultur einer gemeinsamen Spannung ist tief verankert und vereint mehr Menschen mit dem gleichen Interesse als jede andere Bewegung in Deutschland. Daher ist Lotto nicht nur einfaches Glücksspiel sondern ein Kulturgut.